Bereits seit 2015 begleitet Olivia Stein als Hainburgerin das Projekt rund um das ehemalige Kasernenareal im mittelalterlichen Stadtkern am Fuße des Schlossberg. Sie arbeitete gemeinsam mit Architekten Maurer&Parntner am Masterplan für das Entwicklungsgebiet und ist seit 2024 mit ihrem Team an der Architekturplanung des 1. Bauabschnitts beteiligt. Das gestaltungsfreudige Büro bringt dabei nützliche Erfahrungen mit aus den Bereichen Labor- und Forschungsbau, Städtebau, sowie Bildungsbau und Bauen im Bestand .
Am Fuße der markanten Burgruine am Schlossberg wird man bald den terrassierten Europacampus Hainburg enstehen sehen, der harmonisch in die Hanglandschaft eingebettet ist. Historische und teilweise denkmalgeschützte Bauten mit viel Geschichte, ein modernes Forschungsgebäude und ein Lehr- und Hörsaalzentrum als Campus-Flagship bilden gemeinsam mit einem durchgrünten Boulevard, einer Tiefgarage mit zeitgemäßen Mobilitätsstützpunkt (Mobility Hub) den ersten Bauabschnitt des Großprojektes.
Die Herausforderung, ein Biotop für Innovationen zu gestalten, das modern in Erscheinung treten darf, sich jedoch gleichzeitig harmonisch in die schöne Stadt Hainburg mit ihren vielen Spuren aus dem Mittelalter einfügt, war besonders inspirierend. Das Entwurfskonzept folgt einem reduzierten Farbkonzept, das Inspiration in der Umgebung findet. Helle, rötliche, bräunliche und graugrüne Farbtöne, werden umrandet vom bestehenden und neuen Grün, sowie den felsigen Bergen/Hügeln und historischen Steinen von Stadtmauer und Burg – eine der ältesten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Befestigungsanlagen Europas. Kleinteilige haptische Strukturen und auch moderne Materialien wie helle Klinker mit abgesetzter Fugenfarbe, sowie gefaltete Aluminiumpaneele richten sich nach der Maßstäblichkeit der Umgebung und menschlichen Wahrnehmung. Der kleinteilige Gestaltung des neuen Campus ist sinnlich, freundlich, offen und nahbar gestaltet um die Funktion als Hub für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstützen. Flanieren kann man am auf der Lebensader des Campus, dem weitläufigen Boulevard. Er bietet an vielen Punkten spektakuläre Aussichten sowie Aufenthaltsqualitäten. Die Gebäude für Forschung und Lehre wurden in kleinere Blöcke gegliedert um sowohl Durchblicke vom Ort aus in den schönen bewaldeten Hang unterhalb der Burg zu gewährleisten, als auch Aussicht und Leichtigkeit für die NutzerInnen der Gebäude und des Boulevards zu schaffen. Abstrakte städtebauliche Achsen, die auf den historischen Bestand Bezug nehmen, werden zu spannenden Platz- und Wegsequenzen weiterentwickelt, die das Miteinander von mittelalterlicher Struktur und moderner Forschung erlebbar machen.
