Neue Ufer

Schiffsanlegestelle und Uferneugestaltung

Eingebettet in den Nationalpark Donauauen, zwischen Wien und Bratislava, liegt die Stadt Hainburg, die durch ihre Lage eine historisch gewachsene Drehscheibe zwischen Ost- und Westeuropa darstellt. Vor diesem Hintergrund und mit dem Ziel, eine Einbindung Hainburgs in überregionale Netze zu erlangen, wird eine Schiffsstation für die Passagierschifffahrt präsentiert – als ein Teil eines Gesamtkonzepts zur Uferneugestaltung.

Im Mittelpunkt der Entwürfe stehen die Donau als Transportweg und metaphorische Anleihe, sowie der Anspruch, die Naturlandschaft Au in das Stadtgefüge zu integrieren, Verknüpfungen von Uferzone, Stadt und Fluss zu schaffen.

Allen voran zeigt der Masterplan eine grundsätzliche Strategie im Umgang mit der Uferzone: Der dynamische Donaufluss mit seinen Pegelschwankungen wird durch eine Uferpromenade neu bespielt, eine Vernetzung mit dem unmittelbar zugänglichen Naturraum auf der Johler Insel (Teil der Au) geschaffen. Im Zentrum dieses Masterplans steht der Entwurf der schwimmenden Schiffsanlegestelle, zum Einen als Symbol und Mittel der (Wieder-) Einbindung und Öffnung der Stadt in den grenzenlosen Donauraum – durch seine primäre Funktion als Verkehrsbau -, und zum Anderen als Verbindung der Stadt mit den umgebenen dynamischen, organischen Elementen Donaustrom und Donauau – durch die Gestalt des Baukörpers und bauliche Vernetzung mit der Umgebung.

Ort

Hainburg an der Donau, Niederösterreich

Grundstück

Donau und Donauinsel

Besonderheiten

Schiffsanlegestelle, Dock, Schwimmender Baukörper, Organische Architektur, kontextuelles metaphorisches Gestaltungskonzept, Schiffbau, Faserverbundkunststoff FVK (3dimensional gekrümmt),
Entwicklungskonzept für Mittelalterstadt, Masterplan Ufergestaltung, Donauauen, Au Erlebnispfad, Yachthafen, Promenade

Übersicht Uferneugestaltung

Das immer wiederkehrende Element, das Auwald, Ufer und Donaustrom gleichermaßen auszeichnet, ist das Bruch-, Schwemm- und Treibholz. Ein Bild, das die Vorstellung von Dynamik und Statik, sowie Organik und Skulptur vereint und in seiner Essenz als im Wasser treibender Ast die Verbindung zwischen Au-Wald und Donau, zwischen Schwimmen und Anlanden herstellt.
Der Baukörper wird in Anlehnung an Beispiele des Idealbilds des Treibholzes geformt und gegliedert: Die grundsätzlich lineare Struktur der Hülle, akzentuiert durch Schürfungen, Aushöhlungen und Verwindungen, insbesondere die „Lamellen“-artige Fassade entspringt direkt der Anatomie bzw. Struktur von Ästen / des Holzes (Faserrichtung). Diese metaphorischen Konzeptideale und –ansprüche werden im Innenraum konsequent fortgesetzt. Wirbel, Höhlen, Fasern, Sprünge definieren Ebenen, Stiegen und Rampen, Lufträume, Brüstungen, Deckenuntersichten und abgeschlossene Raum-Cluster; Raumabschlüsse werden nicht im herkömmlichen Sinne als vertikale bzw. horizontale, abschließende Elemente konzipiert, sondern bilden Teil des Flusses, der Strömungen und  Dynamik der Fasern im Baukörper. Die entstehende Tektonik im Innenraum dient außerdem der Zonierung, der Bewegungsführung und der Blickrichtungen der Besucher, sowie der technischen Infrastruktur (HKLS & E), künstlichen Belichtung und akustischen Maßnahmen.

Die Schiffsanlegestelle

So wird das Ufer neu gestaltet